Die Kosmetikinhaltsstoffe D4 (Octamethylcyclotetrasiloxan) und D5 (Decamethylcyclopentasiloxan) gehören zur Gruppe der sogenannten Siloxane. Dabei handelt es sich um ringförmige Verbindungen aus Silizium, Sauerstoff, Kohlenstoff und Wasserstoff. D4 besteht aus einem Ring aus vier Silizium- und vier Sauerstoffatomen, D5 entsprechend aus einem Ring mit fĂŒnf Silizium- und fĂŒnf Sauerstoffatomen. Silikone wie D4 und D5 werden in Kosmetikprodukten wie Waschlotionen, Hautcremes und Haarpflegeprodukten eingesetzt und kommen auch in dekorativer Kosmetik wie Lippenstiften vor. Sie sollen unter anderem das Haar glĂ€tten und dafĂŒr sorgen, dass sich Lotionen und Cremes leichter verteilen lassen. Aufgrund ihrer gesundheitsbedenklichen und umweltschĂ€dlichen Wirkung stehen die Stoffe jedoch in der Kritik.

Wie schÀdlich sind die Kosmetikinhaltsstoffe D4 und D5?

Die pflegende Wirkung von Silikonen wie D4 und D5 ist umstritten. Sie wirken nur oberflĂ€chlich, indem sie sich zum Beispiel wie ein Film um die Haare legen und so brĂŒchige Stellen verdecken. Dadurch verhindern sie jedoch, dass tatsĂ€chliche Pflegestoffe ins Haar gelangen. Anders als natĂŒrliche Öle können sich die Stoffe zudem nicht ins Gleichgewicht der Haut integrieren.

Silikone sind zudem nur schwer biologisch abbaubar und belasten die Umwelt. Die langfristigen Folgen fĂŒr Mensch und Umwelt sind noch wenig erforscht, Umweltexperten raten jedoch dazu, silikonhaltige Produkte besser zu vermeiden. Die Kosmetikinhaltsstoffe D4 und D5 sind zum Beispiel als wassergefĂ€hrdent gemĂ€ĂŸ WGK-Klassifizierung eingestuft und können fĂŒr Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung schĂ€dlich sein. Weiterhin gelten sie als bioakkumulierend, reichern sich also in lebenden Organismen an. Der Stoff D4 kann Studien zufolge vermutlich die Fruchtbarkeit beeintrĂ€chtigen und ist daher als Gefahrstoff eingestuft.

Wie kann ich die Kosmetikinhaltsstoffe D4 und D5 vermeiden?

Wenn du die Inhaltsstoffe D4 und D5 vermeiden möchtest, solltest du die Deklaration der Inhaltsstoffe auf den Kosmetikverpackungen genau studieren. D4 findet sich dort unter den Bezeichnungen Cyclomethicon oder Cyclotetrasiloxan, D5 wird als Cyclopentasiloxan bezeichnet. Smartphone-Apps wie Codecheck helfen dir ebenfalls, Produkte mit bedenklichen Stoffen ausfindig zu machen. Über die App kannst du verschiedene Kosmetikprodukte aufrufen und erhĂ€lst eine genaue Übersicht ĂŒber die Inhaltsstoffe. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, auf Naturkosmetik zurĂŒckzugreifen. FĂŒr zertifizierte Naturkosmetik dĂŒrfen keine Silikone oder andere synthetische Polymere verwendet werden.

Laufende EU-Verbotsverfahren fĂŒr Silikonverbindungen

Die langlebige Silikonverbindung D4 darf in Kosmetikprodukten in der EU bereits nicht mehr eingesetzt werden. FĂŒr D5 gilt seit dem 31. Januar 2018 zumindest eine BeschrĂ€nkung: In abwaschbaren Kosmetikprodukten darf die Konzentration 0,1 Gewichtsprozent nicht ĂŒberschreiten. In nicht-abwaschbaren Produkten die Körperlotionen darf der Stoff aktuell noch verwendet werden. Allerdings lĂ€uft zurzeit ein weiteres EU-Verbotsverfahren, dass dieselbe EinschrĂ€nkung fĂŒr auf der Haut verbleibende Kosmetik vorsieht.

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